Eugen Egner

den 2:ten November 1787

nach der Singeacademie mit den Weberschen und dem Süssmayer prallwurst im prater gegessen. kam der Schickander und gaab uns kleine pillulen, daß wir kaum noch zwischen Domm und sperrstunde hindurch paßten. alsdann zum Beethoven, unter seinem fenster ein fatales notturno aufgeführt ad libitum: Betthoven, alter salatschnauzer, fischplattler, schneyder gottes, panoramascheibist! – trägst kleidchen aus waschlappen und Hosen aus rinde! – der Beethoven indes hörte gar nichts darvon, warff also auch nicht mit seinem werkverzeichnüß nach uns. gar lustig und kindisch waren wir. Vor lachen kriegt ich schier das schmeissen.

aus: “Die Tagbücher des W. A. Mozart”

geb. 1951 in Ingelfingen, lebt als Schriftsteller und Zeichner in Wuppertal. 2003 erhielt er den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

Veröffentlichungen u. a.: “Gift Gottes” (2003), “Die Durchführung des Luftraums” (2002), “Die Eisenberg-Konstante” (2001) , “Aus der Welt der Menschen” (2001) , “Die Tagebücher des W. A. Mozart” (1998) , “Getaufte Hausschuhe und Katzen mit Blumenmuster” (1996), “Als der Weihnachtsmann eine Frau war und andere erstaunliche Geschichten” (1992), “Aus dem Tagebuch eines Trinkers” (1991).

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