Jul
23
Irmgard Maria Ostermann
Juli 23, 2008 | Kommentare deaktiviert
aber nachts wölfin wegen deiner schulterblätter ist antwort genug die leichtigkeit einer witterung an flussläufen durch rebtäler packt dich das fieber bis früh die bergspitzen erröten ziehen sich die grannen hinein haut saugt sekrete vom schütteren laken öffnen sich die augen scharfer blick ein lächeln die zunge gelöst blut geleckt ein sturm der dich nicht [...]
Jul
9
Marc Degens
Juli 9, 2008 | Kommentare deaktiviert
Die Musik hämmerte in meinem Schädel. Fratzen starrten mich an, ich starrte zurück. Sprechblasen schwappten durch meinen Kopf, Wortfetzen, Satzscherben, ganz viele words – über einhundertachtzig Wörter pro Minute. Ich mußte sofort etwas unternehmen. Ich fixierte eine Frau auf der Tanzfläche, eine wunderschöne Brust, einen prachtvollen Busen. Ich sammelte meine Kräfte, Konzentration, nahm Schwung … [...]
Jun
25
Wanja Wiese
Juni 25, 2008 | Kommentare deaktiviert
Bereits als Säugling hatte er nur einen Wunsch: Er wollte. Er wusste zwar nicht, was er wollte, aber er wusste, dass er es wollte, und es sollte sich bloß keiner einbilden, dass er teilen würde. Leider gab es nicht viel zu wollen, zumindest verglichen mit dem, was er gewollt hätte, wenn er gewusst hätte, was [...]
Jun
11
Jürgen Heimbach
Juni 11, 2008 | Kommentare deaktiviert
Der Hausmeister schaut ungläubig. Solchen Lerneifer kennt er eigentlich nicht von den Schülern. Vulkan hält ihm die Kamera vor die Nase, aber so, dass er den kaputten Monitor nicht sehen kann. „Einen Film drehen?“ Der Hausmeister ist ein skeptischer Mensch. An Schulen müssen Hausmeister skeptische Menschen sein. „Auf dem Johannisfest? Für Herrn Paul?“ Herr Bergher [...]
Mai
25
Harriet Köhler
Mai 25, 2008 | Kommentare deaktiviert
Ferdinand Wenn es zu Ende geht, schreien oder weinen sie, manche werden still, andere schreiben Briefe, aber zu guter Letzt sind das alles nur unterschiedliche Stimmen für die immer selbe Zeile: Was ist eigentlich dein Problem? WAS IST EIGENTLICH DEIN PROBLEM? Die Frage steht wie ein Kirchturm oder hängt oder dröhnt oder versickert im Raum. [...]
Apr
30
Ingo Rüdiger
April 30, 2008 | Kommentare deaktiviert
Zober lachte. Scheibe war gerade dabei, zu ganz großer Form aufzulaufen. Zunächst hatte er, Scheibe, Primus inter pares und ganz Studienstiftung des Deutschen Volkes-Gestrauchelter, lautstark lateinische Verben dekliniert, sich alsdann betont obskuren politischen Theorien zugewandt, die so ganz auch nicht aus der Luft gegriffen waren – „Die Nazis waren schon verdammt konservativ“ – , und [...]
Apr
16
Jochen Weeber
April 16, 2008 | Kommentare deaktiviert
„Wir waren jung und kannten uns nicht, doch plötzlich hatten wir etwas gemeinsam: beim Boxautofahren waren wir frontal aufeinandergekracht. Aber das war nicht die einzige Gemeinsamkeit, denn beiden war uns beim Aufprall etwas herausgerutscht, das man besser für sich behält. Mir die Zahnspange und ihr ein englisches Schimpfwort.“ aus: „Erwachsenwerden“ geb. 1971 in Vaihingen/Enz, lebt [...]
Apr
2
Tina Manske
April 2, 2008 | Kommentare deaktiviert
„Im Traum hatte dieser Kollege, der Daniel hieß, sich die Socken ausgezogen und damit auf einer alten Ausgabe des „New Musical Express“, auf dessen Cover sich eine sichtlich gealterte Patti Smith mit einem Kohlebrikett die Lidstriche nachzog, eingeklatscht, weil er ihre neue Platte, die er „aus Versehen“, wie er sagte, bei Saturn am Tauentzien mitanhören [...]
Mrz
19
Adrian Kasnitz
März 19, 2008 | Kommentare deaktiviert
aus dem gebirgichten westfalen zur zeit der schneeschmelze ein wasser kalt und klar wie ein ruf. dein name ein ins rollen geratener schiefer womöglich ein ans metall gepresster kuss. ein hochspannungsmast, der das tal überbrückt. ein abgrund ohne röhrende hirsche. der wald singt mir einsamkeit. es taut, es schneit wieder, es taut. geb. 1974, lebt [...]
Mrz
5
Jürgen Ploog
März 5, 2008 | Kommentare deaktiviert
Aus der Zeit treten Niemand trauen, auch sich selbst nicht. Immer das Gegenteil von dem machen, was man von dir erwartet. Das macht dich zwar nicht unberechenbar, garantiert aber eine gewisse Aufmerksamkeit von Leuten, mit denen du es gerade zu tun hast. Ist so, als würde man den Lebensfilm im Projektor beliebig anhalten & vor- [...]