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Astrid Bauer
November 4, 2009 | Kommentare deaktiviert
„Hätte ich nur einen anständigen Beruf gelernt.“ Kriminalhauptkommissar Jonas von Arnim atmete tief aus und trat einen Schritt zur Seite.
„Wer hätte gedacht, dass der alte Mann so viel Blut in sich hätte?“, bemerkte Lucien Thill, der Gerichtsmediziner, ohne aufzublicken.
„Shakespeare, Macbeth?“, fragte von Arnim.
„Ja“, antwortete Thill.
„Ich dachte immer, Sie kennen sich nicht aus mit Theater“, meinte Marie Stedekamp von der Spurensicherung zu von Arnim.
„Das habe ich ja auch nicht behauptet.“ Er drehte sich zu ihr um. „Aber meine Schwester hat die Lady mal gelernt“, fügte er erklärend hinzu. Dann erkundigte er sich: „Wie alt war er denn?“
„Mitte vierzig“, sagte Marie. Von Arnim seufzte leise.
Der Anblick, der sich am Tatort bot, war grauenhaft. Der Tote lag im Schlafzimmer auf dem Bett. Alles um ihn herum war dunkelrot durchtränkt. Auch auf dem Fußboden hatte sich das Blut ausgebreitet. Der Mann lag leicht zur Seite geneigt und erst auf den zweiten Blick war zu erkennen, was von Arnim nicht fassen konnte: Jemand hatte ihm den Kopf abgeschlagen.
aus: „Sängersterben“
geb. 1980, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Deutsche Philologie in Mainz. Lebt und arbeitet in Gießen. Ihr erster Krimi „Sängersterben“ erschien 2008 bei Books on Demand.
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