Irmhild Oberthür

August 5, 2009 | Comments Off

Strasse unter meinem Fenster

Hörner verblasen die strecke
wild wenig heimisches
hundegebell
züngelt die hauswände hoch durchsticht
den wellengängigen lautstrom
das pflaster
stampfen stiere ohren kleben
an handys spucken münder
stimmen stacheln
bereiten mein fakirbett

von dem aus ich ein gesuch richte
an den freien fall

aus: „Revue Alsacienne de Littérature“ (81/20003)

geb. 1937 in Berlin; lebt in Kehl/Rhein; Auslandsaufenthalte in Frankreich und USA; Berufstätigkeit als Sekretärin und Übersetzerin; Lyrik und Kurzprosa; ein Theaterstück (unveröffentlicht); Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien; aktueller Lyrikband: Aimée & Jaguar, Vogelfrei (Filmgedichte).
Auszeichnungen in zwei lit. Wettbewerben: Wolfgangpreis für Literatur, 1993 (österr.); 1. Preis Interpretationswettbewerb der Robert Walser-Gesellschaft Zürich, 2000. Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, 2007.