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Tina Manske
Februar 4, 2009 | Comments Off
Tatsächlich hatte es das Mobilteil, dieses knöcherne Ding, direkt neben das Bügeleisen verschlagen, dessen Wärmegrad Daphne in diesem Augenblick gerade prüfte. Man konnte, ohne sich schmerzliche, nässende Wunden zuzuziehen, bereits die Finger dauerhaft auf die Plättfläche aufbringen: trotzdem war noch eine gewisse Restmolligkeit vorhanden, was Daphne davon abhielt, das Eisen bereits wieder in die Kammer zu verbringen. Sollte es ruhig noch ein wenig abkühlen, hier, neben dem Telefon, das nun doch merklich dringlich klingelte. Daphne überlegte kurz, wie schade es doch war, dass man heutzutage keine Hörer mehr von Gabeln heben konnte, sondern schnöde Druckknöpfe mit hilflos hinpiktografierten Fernsprechern betätigen musste, und betätigte dann den ihrigen.
aus: „Queen Daphne prüft die Lage“
geb. 1971 in Ludwigsburg, lebt und arbeitet in Berlin. Schreibt Literatur- und Musikrezensionen sowie Essays für verschiedene Internetmagazine. Literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im Internet. 2006 erschien ihre Mini-Erzählsammlung „Queen Daphne geht ins Kino“ im Verlag SuKuLTuR.