Jürgen Heimbach

Statt einer Antwort zog ihn der Kerl zurück in den Flur bis zu Elenas Zimmer, nahm aus seiner Tasche den Generalschlüssel, öffnete die Tür und stieß Anstett in den Raum, der nur von einer Lampe hinter einem Spiegel indirekt und gedämpft beleuchtet wurde, was im Zusammenspiel mit der blassroten Tapete eine erotische Stimmung vortäuschte. Auf dem Bett lag Elena noch genauso da, wie Anstett sie verlassen hatte. Die Augen aufgerissen, den nackten Körper seltsam verkrampft, das linke Bein ausgestreckt, das rechte angewinkelt, die halblangen blonden Haare wie ein Kranz um ihren Kopf verteilt. Er hatte gehofft, dass sie sich in der Zwischenzeit bewegt hätte, dann wäre das alles nur ein böser Traum gewesen.

aus: »Plötzlicher Tod einer Nutte«

Jürgen Heimbach, geb. 1961 in Koblenz, Ausbildung zum Kaufmann, Studium der Germanistik und Philosophie in Mainz, Regieassistenz in Mainz, Regisseur einer freien Theatergruppe und Mitgründer und Betreiber eines Theaters in Mainz, Ausstellungstätigkeit, seit 1995 Redakteur bei 3sat und ZDFtheaterkanal, Mitglied der Autorengruppe »Mörderisches Rheinhessen«. Veröffentlichungen: »Plötzlicher Tod einer Nutte« (Kriminalroman, Leinpfad Verlag 2009), Kurzkrimi »Ein Holz, aus dem man Träume macht« in der Anthologie »Perfekte Opfer« (Leinpfad Verlag 2009), »Johannes’ Nacht« (Jugendroman, Societätsverlag 2008).

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