Airen

»Das ist exakt das Gleiche wie in der Beratungsfirma im vierzehnten Stock; das Feeling, mal wieder am absolut falschen Platz zu sein, ein platzender Lebensdrang in vier weißen Wänden, atmend, ohne zu riechen, sitzend, während man tanzen sollte. Und ich sitze eben weiter hier auf diesem Berg unausgeprägter Begabungen und weiß, dass ich dieses eine Ding finden muss, dieses eine Extrem, das mich so fickt, dass ich ihm alles widme, sonst wird alles nur Mittelmaß; oder eben high fly, die eine Chance zu rocken, ein Leben auf Gipfeln, das Spiel heilig halten, ein ständiger Orgasmus der Wahrnehmung, alle Farben im Tanz – pures Glück in der Musik der Sprache.

Das kommt noch, sagen die, die es gut meinen.«

Aus: »I am Airen Man«

Airen, geboren 1981, arbeitete nach seinem Studium in einer Unternehmensberatung in Berlin und lebte danach in Mexiko. Seine Erfahrungen im Berliner Club Berghain protokollierte er in seinem Blog (und erstem Buch »Strobo«), aus dem Helene Hegemann in »Axolotl Roadkill« zahlreiche Passagen zunächst ohne Quellenangabe übernahm; so wurde er zum heimlichen Star einer heftig geführten Debatte.