Martin Schöne

Magnesiumfackeln schwebten an kleinen Fallschirmen vom Himmel herunter. Feuerlicht. Von den drei GIs am Strand standen noch zwei. Den dritten Mann hatten meine Kugeln in der Brust getroffen, er lag reglos auf dem Rücken. Chruschtschow hatte sich herumgeworfen und stolperte über die Felsen Richtung Promenade. Er knickte um und schlug lang hin. Rappelte sich auf. Humpelte. Wollte zur Treppe. Ich hörte eine Kalaschnikow bellen und sah ihn in einem Nebel aus Blut verschwinden. Diesmal stand er nicht mehr auf. Der dumpfe Knall einer Automatik. Neben mir spritzte Wasser in die Höhe, die Hülle des Ballons sackte in sich zusammen. Reagan. Wieder feuerte er auf mich. Ich spürte die Hitze des Geschosses. Wieder bellte die AK-47. Steinsplitter spritzten neben Reagan hoch. Kopfüber stürzte er ins Meer. Unmöglich zu unterscheiden, ob er getroffen war oder sich mit einem Sprung ins Wasser retten wollte. Ich wandte den Kopf.

Aus »Wolf sieht rot«

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Martin Schöne, geboren 1968 in Montabaur. Schriftsteller, Journalist, Krimiexperte, Jurymitglied Deutscher Kurzkrimi-Preis. Seine actionreichen Thriller um den ehemaligen Zielfahnder Tom Wolf erscheinen im Pendragon Verlag. Mit »Die Zeitensammler – Jan und das Geheimnis der letzten Stunde« erschien soeben sein erstes Jugendbuch im Der Schöne Verlag.

www.martin-schoene.de