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Reiner Dölger

Mit seiner Farbe ist es das Erdigste aller Lebensmittel, wie gerade aus dem Garten gegraben und nur schnell trocken gewischt. Oder verzaubertes Holz, dessen harte Zellen sich gelüftet haben und zu Krume geworden sind. Ein Essen, das sich zu behaupten weiß mit dem Körper der Schildkröte oder der Sturheit der Truhe. Und das Urbild der getarnten Schätze, indem es die Idee der Kruste geboren und in der Welt verbreitet hat. Mit seinem Vetter dem süßlichen Keks gemeinsam hat es außerdem das Privileg des Krümelns, Schmutz der trocken ist und bleibt und den Appetit vermehrt dessen der nur Krümel sieht, vergleiche vergossenen Saft damit.
Verlockend ist schon das Drücken eines frischen Brotes, gerade gekauft, übertroffen nur vom Anfassen gerade erst zugänglich gemachter und handgreiflich gewordener Brüste.

aus: „Über Brot“

geb. 1964 in Aschaffenburg, von Beruf Beamter. Seine Essays und kleine Gedichte beschäftigen sich mit meist Alltagsdingen und -Ereignissen, deren verborgene poetische Qualität und deren Weltbedeutung Reiner Dölger

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