Archiv der Kategorie: Kinderbuch

Christa Kempter

Hasen gibt’s wie Sand am Meer. Das weiß man. Ob es einen Osterhasen gibt, weiß man nicht. Aber Hannas Hasen gibt es. Eines sonntagsmorgens klopfte er nämlich an ihr Fenster. Zweimal lang, zweimal kurz. Hanna öffnete. Ein ziemlich großer Hase mit einem ziemlich langen und einem ziemlich kurzen Ohr stand draußen. Einer, der nicht aussah, wie die Sand-am-Meer-Hasen und der aufrecht auf zwei Beinen ging. »Was bist denn du für ein komischer Kerl?«, fragte Hanna erstaunt. »Bist du ein Riesenkaninchen? Oder der Osterhase?«

aus: »Hanna und der Hase«.

Christa Kempter, geb. 1945 in Ingelheim. Dort arbeitet sie als Kinderbuchautorin, schreibt außerdem Geschichten für Rundfunk, Fernsehen, Anthologien und Kinderzeitschriften. Veröffentlichungen u.a. »Lauter wilde Räuberkerle« (aare Verlage), »Meine allerschönsten Mutmachgeschichten« (Egmont – Franz Schneider Verlag), die Bilderbuchtexte »Liebes kleines Schaf«, »Herr Hase und Frau Bär«, »Herr Hase und Frau Bär – Der große Ausflug« (alle drei NordSüd Verlag).

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Uli Rothfuss

fünf schritte

fünf schritte …
und der bunte elefant
tanzt
auf meinem schreibtisch

und in den bergen
noch mehr schnee
häuserhoch

am montag
abendessen

bin eingeladen

aus: vom atmen der steine

geb. 1961 in Ebershardt im Schwarzwald. Ausbildung zum Polizei- und Kriminalbeamten, Studium der Deutschen Sprache und Literatur (Zürich), des gehobenen Kriminaldiensts (Villingen-Schwenningen) und der Sozialwissenschaften (Leicester / Großbritannien). Uli Rothfuss lebt als Professor für Kulturwissenschaft in Calw. Sein schriftstellerisches Werk wurde mit verschiedenen Auszeichnungen und Stipendien bedacht, u. a. dem Hafis-Essaypreis 1987, einem Reisestipendium des Auswärtigen Amtes 1996, einem Arbeitsstipendium der Robert-Bosch-Stiftung 1997 sowie dem Preis des Eurasia Press Funds 2000.

Veröffentlichungen u.a.: „Vom atmen der steine“ (Gedichte, Pop-Verlag 2006), „Leila lacht. Ihre Geschichte. Anfang Ende“ (Roman, Wiesenburg Verlag 2006),  „Die Welt ist voll von ungehenkten Galgenvögeln“ (Theaterstück. Silberburg Theaterverlag 2006), „Daud – ein „schwäbischer Neger“ im Schwarzwald“ (Biographische Erzählcollage und Theaterstück, Silberburg Verlag 2000).

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Marion Schadek

VORGESCHICHTE

Mittwoch, 23. April, gegen 17 Uhr

Tom Rüdiger parkt seinen blauen Opel vor dem Sender. Der Latein- und Sportlehrer hofft
herauszufinden, ob es hier Praktikumstellen für seine zehnte Klasse gibt. Als er auf die Eingangstür zusteuert, hört er hinter sich Schritte. Tom Rüdiger wirft einen Blick über die Schulter und sieht gerade noch eine Gestalt, die auf ihn zustürmt. Dann spürt er einen Lappen, der einen stechenden Geruch ausströmt, auf seinem Gesicht. Um ihn herum wird alles schwarz.

aus: „Joe de Mayence und der verschwundene Lehrer“

geb. 1968, hat Anglistik, Politikwissenschaft und Sinologie in Göttingen studiert, bei dpa in Frankfurt volontiert, Filme für den SWR gedreht, als Redakteurin für die Rhein Main Verlagsgruppe gearbeitet und bei Multimedia-Projekten der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz mitgewirkt. Seit mehreren Jahren arbeitet sie als Bildredakteurin für eine internationale Nachrichtenagentur in Frankfurt. Ihre erste Kurzgeschichte „Small Talk mit Herrn Gott“ erschien 1993, ein Roman folgte 2002 mit der Mediensatire „Mainzer Scharade“. Im Frühjahr 2006 startete sie www.joe-mayence.de, eine Mainzer Internet-Literaturseite für Kinder (und Eltern) mit Buchbesprechungen, Geschichten und Berichten rund ums Lesen und Lernen.

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Jürgen Heimbach

Der Hausmeister schaut ungläubig. Solchen Lerneifer kennt er eigentlich nicht von den Schülern.
Vulkan hält ihm die Kamera vor die Nase, aber so, dass er den kaputten Monitor nicht sehen kann.
„Einen Film drehen?“ Der Hausmeister ist ein skeptischer Mensch. An Schulen müssen Hausmeister skeptische Menschen sein.
„Auf dem Johannisfest? Für Herrn Paul?“
Herr Bergher grübelt. Vulkan kann nicht ruhig stehen bleiben, ständig ist er in Bewegung.
„Ein Film übers Johannisfest? So, so. Macht ja keiner. Jeder Dreck wird gezeigt. Aber unser schönes Johannisfest. Nee, das habe ich im Fernsehen noch nie gesehen. Ihr müsst den Film im Fernsehen zeigen. Das musst Du mal dem Herrn Paul sagen. Ganz bestimmt!“
„Haben Sie den Schlüssel für die Photo AG?“ fragt Vulkan ungeduldig.
„Junge“, antwortet der Hausmeister, „es gibt keinen Schlüssel, den ein Hausmeister nicht hat, und kein Schloss, das er nicht öffnen kann. Folge mir!“
Der Mensch ist ein seltsames Tier, sagt sein Vater manchmal, und jetzt weiß Vulkan, was er damit gemeint hat. Er sollte einen Film über den Hausmeister als Mainzer Persönlichkeit machen.
Sie gehen durch das Gebäude zu den Räumen der Photo AG. Der Hausmeister schließt die Tür auf.

aus: „Johannes’ Nacht“

geb. 1961 in Koblenz, Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Mainz, Regieassistent, Regisseur einer freien Theatergruppe, Mitgründer und Betreiber eines Theaters (darK.-Halle) in Mainz, Ausstellungstätigkeit, seit 1995 Redakteur bei 3sat und Theaterkanal, div. Jurytätigkeiten

Veröffentlichung:
„Johannes’ Nacht“ (Jugendroman, Frankfurt: Societäts Verlag 2008).

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Ibrahima Ndiaye (Ibou)

BAYE „LOU WAYE DEF BOPPAM“ – die Geschichte von Herrn „Jeder wird für seine Taten entsprechend belohnt“

Es lebte einmal ein alter Mann, dessen Namen man gar nicht mehr kannte, da er von allen Herr „Jeder wird für seine Taten belohnt“ genannt wurde. Dies ist nun ein seltsamer Name, aber der Alte war im Ältestenrat des Dorfes vertreten und gab seinen Rat meist in Form von alten Sprichworten. Seine liebstes und wie er meinte, das weiseste Sprichwort lautete „Jeder wird für seine Taten entsprechend belohnt“. Dafür hatte er so häufig Verwendung, dass er zu diesem ungewöhnlichen Namen kam. […]

aus: „Ndumbelaan – das Reich der Tiere“

geb. 1963, studierte Germanistik, Romanistik und Anglistik in Dakar (Senegal) und in Saarbrücken. Lebt seit 1987 in Deutschland. Verschiedene Tätigkeiten und Aktivitäten, u.a. beim SR, Kulturamt der Stadt Saarbrücken, BARIS, RAMESCH und Theaterpädagogischen Zentrum. Musiker und Tänzer bei KOUMPO, der erste afrikanischen Musikgruppe im Saarland und Gründer der deutsch- afrikanischen Musik- und Tanzgruppe DUNDUMBA. IBO, inzwischen Vater eines Sohnes, lebt heute in Saarbrücken.

Veröffentlichungen: „Amadou ma Amadou“ (Märchen aus dem Senegal 2001), „Ndumbelaan – das Reich der Tiere“ (Märchen aus dem Senegal 1998).

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Katrin Bongard

Der erste Schultag übertraf meine schlimmsten Erwartungen. Ich lernte: Man darf aus Bayern kommen, man darf teure Designerklamotten tragen, man darf sich im Cabrio der Mutter vor der Schule absetzen lassen, und man kann sich vermutlich auch mit dem Sitzenbleiber der Klasse anlegen, aber wenn dies alles am ersten Tag passiert, dann hat man ganz schnell ein großes Problem.

aus: „Radio Gaga“

geb. 1962 in West-Berlin. Sie lebte nach dem Abitur in einem besetzten Haus, gründete eine Ateliergemeinschaft, studierte Kunstgeschichte und interessierte sich fürs Drehbuchschreiben. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Potsdam, wo sie eine kleine Filmfirma besitzt. Ihr 2005 erschienener Jugendroman „Radio Gaga“ wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem 2006 mit dem rheinland-pfälzischen Jugendbuchpreis „Goldene Leslie“. 2006 erschien die Fortsetzung „Radio Gaga on Air“.

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Christa Kempter

Zuerst hatte Lucy eine rosa Feder im Sand entdeckt.
Sie zog daran, doch die Feder steckte fest.
Sie buddelte ein wenig und sah einen ganzen Flügel.
Sie buddelte weiter und weiter
und hielt einen Engel an der Hand.

aus: „Lucy und der Engel“

geb. 1945 in Ingelheim. Dort arbeitet sie als Kinderbuchautorin, schreibt außerdem Geschichten für Rundfunk, Fernsehen, Anthologien und Kinderzeitschriften. Veröffentlichungen u.a. „Lauter wilde Räuberkerle“; „Meine allerschönsten Mutmachgeschichten“; „Liebes kleines Schaf“ (Bilderbuchtext).

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Helga Sachse-Höfle

Der Weihnachtsstern ist der am besten behütete Stern am Himmel.
Einmal im Jahr wird er vom großen Himmelsgewölbe herunter geholt werden. Er muss für das große Ereignis poliert werden, denn Millionen von Menschen suchen ich in der Weihnachtsnacht. Einmal hatten die großen Engel keine Zeit für diese mühsame Arbeit und beauftragten den kleinsten Engel damit. Er hieß Simsamea. Ein wenig ängstlich stand er nun am Fuße der rieseigen Leiter, die zum großen Stern führte . . .

aus: „Der verlorene Schweif des Weihnachtssterns“

geb. 1943. Bis 2004 als Rektorin einer Grundschule in Mainz tätig, zahlreiche Veröffentlichungen, Hörspiele, Bilderbücher, Kindergeschichten. Seminartätigkeit für kreatives Schreiben, Kinderliteratur und Lesekompetenz. Mitarbeit an Broschüren der Stiftung Lesen.

Veröffentlichungen u. a.: „Der Rote Schal“ (2003), „Weihnachts- und Wintergeschichten“ (1993), „Die Reise der Zikaden nach Jerusalem“ (1994).

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