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Hubert Neumann

„Stellen Sie sich mal vor, Sie joggen ahnungslos durch den Wald und sehen dann jemanden am Baum hängen. Schrecklich! Und wer weiß, wie lange die Leiche dort hing? Die Kräfte der Verwitterung tun da schon das ihrige! Bestimmte Körperpartien sind mumifiziert, zumindest verschrumpelt, die unteren Gliedmaßen stark gangränös, faul, schwarz und von Maden zerfressen, Gesicht und Hals von Tierfraß teilweise skelettiert. So etwas ist keine Augenweide, das sage ich Ihnen. Davon erholen Sie sich nicht mehr so schnell!“

aus: „Lusthängen“

Hubert Neumann ist Historiker, Dozent für wissenschaftliches Schreiben und Autor. Im Rahmen der Mentalitäts- und Historischen Kriminalitätsforschung untersuchte er in einer Fallstudie (Sozialdisziplinierung in der Reichsstadt Speyer im 16. Jahrhundert. St. Augustin 1997) Zivilisierung und Disziplinierung des frühneuzeitlichen Menschen. Dies führte ihn u. a. zu seiner historischen Trilogie „Wolkenschieber“, für die er 2001 den Martha Saalfeld-Förderpreis erhielt. Mit dem grotesken Kriminalroman „Lusthängen“ verlässt er die historische Umgebung und begibt sich in die Gegenwart, wo er den Tiefen oder auch Abgründen der Folgen dieses Disziplinierungsprozesses nachspürt.

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