Archiv der Kategorie: Noga Andreas

Andreas Noga

 

kleine gedichtleere

es ist nicht leicht für ein gedicht

still zu sein zu schweigen

nichts zu sagen zu haben

es ist nicht leicht für ein gedicht

leser zu finden für das worüber

es nichts sagt und schweigt

es ist nicht leicht für ein gedicht

nicht geschrieben zu werden

weil es nichts zu sagen hat

und auf einer

leeren seite zu stehen

die keiner liest

Für Axel Kutsch

Andreas Noga, 1968 in Koblenz geboren, lebt in Alsbach (Westerwald). Er war Lyrikredakteur der Zeitschrift »Federwelt« (2003 bis 2013) und Beisitzer im VS-Landesvorstand in Rheinland-Pfalz (2008 bis 2012). Als Einzeltitel erschien zuletzt der Gedichtband »Lücken im Lärm«. Noga erhielt den Kunstpreis von Lotto Rheinland-Pfalz (2010) und den Martha-Saalfeld-Förderpreis (2012).

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Andreas Noga

oktober

die touristen sind fort sie flogen
in den süden auf bahnen
die kein kameraauge begleitet

einheimische bleiben
mischen sich in den winter
ein von dem sie nicht wissen

in welcher wolkenlosen nacht
er ihr luftiges lager
wieder mit frost umstellt

am tag schaukeln die blätter sich
noch warm die sonne
ist bescheiden atemlos

ihr milder flügelschwung der schatten
trägt schon jacke distanziert und kühl
schlägt er den kragen hoch

auf der hauswand sitzen fliegen
mit kurzen ärmeln
im mittagslicht

aus: „Bernsteinäugiges Fellchen“

geb. 1968 in Koblenz, lebt seit 1999 in Alsbach (Westerwald). Lyrikredakteur der Zeitschrift „Federwelt“. Freier Mitarbeiter der Lyrikzeitschrift „Faltblatt“. Schreibt Lyrik, Rezensionen, poetologische Essays, Kurzprosa und hält Lesungen. Zahlreiche Veröffentlichungen in Kalendern, Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und im Internet. Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller (VS)“ und im „Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA)“. Drei Einzeltitel: „Hinter den Schläfen“, (Gedichte Itzehoe: edition bauwagen 2000), „Nacht Schicht“ (Gedichte, Sistig / Eifel: Edition YE 2004) und „Bernsteinäugiges Fellchen“ (Alf / Mosel: Rhein-Mosel-Verlag 2007).

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Andreas Noga

Blickfang

Fliegen gehen
auf den Leim

über dem Tisch
in Zimmermitte

Mehlige Kartoffeln
Soße und Kompott

und während der Mahlzeit
immer wieder der Blick

zum Friedhof
neben der Lampe

aus: „Nach Schicht – Gedichte“

geb. 1968, lebt in Alsbach (Westerwald). Lyrikredakteur der Autorenzeitschrift „Federwelt“. Freier Mitarbeiter der Lyrikzeitschrift „Faltblatt“. Schreibt Lyrik und Rezensionen, gelegentlich kleine poetologische Essays. Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im Internet.

Veröffentlichungen u. a. : „Nacht Schicht“ (2004), „Hinter den Schläfen“ (2000).

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