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Jochen Weeber

„Wir waren jung und kannten uns nicht, doch plötzlich hatten wir etwas gemeinsam: beim Boxautofahren waren wir frontal aufeinandergekracht. Aber das war nicht die einzige Gemeinsamkeit, denn beiden war uns beim Aufprall etwas herausgerutscht, das man besser für sich behält. Mir die Zahnspange und ihr ein englisches Schimpfwort.“

aus: „Erwachsenwerden“

geb. 1971 in Vaihingen/Enz, lebt in Reutlingen, er schreibt
vorwiegend Prosa und Hörspiele, für seine Geschichten hat er verschiedene Auszeichnungen erhalten, er ist Erfinder der Poesie-Kabine Der AUTORMAT, Fußballfan und Akkordeonspieler. www.jochenweeber.de

Aktuelle Veröffentlichungen:
„Hühner dürfen sitzen bleiben“, Kinderbuch 2008, „Apothekenbäume“, Erzählungen 2007.

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Jochen Weeber

Vater war damals erst drei oder vier, und für das Abseilen von Bäumen zum Glück noch zu klein. Im Alter von drei oder vier sind ganz andere Sachen wichtig, zum Beispiel, dass man gesund ist. Dazu bedarf es der Liebe von Großmüttern, und ihren weisen und zuhöchst pädagogischen Ratschlägen.
Eine der wichtigsten Weisheiten von vielen mir bekannten Großmüttern ist:
„Um gesund zu bleiben, musst du jeden Tag mindestens einen Apfel essen. Ein Apfel ist eine halbe Apotheke!“
Und meine Großmutter erweiterte diesen Grundsatz noch dahingehend, dass sie sagte, ein Apfel sei eine halbe Apotheke – die Hitlerjugend hingegen das pure Gift.
Ersteres sagte sie damals laut, letzteres nur leise. Aber sie handelte danach. Das hieß: keiner meiner Onkels durfte sich in seiner Jugend von Bäumen abseilen, und schon gar nicht von den Apothekenbäumen in Großvaters Garten. Die waren heilig.

aus: „Apothekenbäume“

geb. 1971 in Vaihingen/Enz, arbeitet vorwiegend an Prosa und Hörspielen, veröffentlicht in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und im Rundfunk, für seine Geschichten erhielt er verschiedene Auszeichnungen.

Veröffentlichungen u.a.: „Die grasgrüne Badehose“ (2003), „Wieder mal Usbekistan“ (1999).

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