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Helge Weichmann

Tinne gab Elvis einen Rippenstoß.
»Jetzt sag halt Ja. Die Chance kommt so schnell nicht wieder.«
Der Dicke schüttelte den Kopf und zog ein Gesicht.
»Nö, ich denk gar nicht dran. Dass dann halb Rheinland-Pfalz am Telefon hängt und sich unsere Geschichten anhört. Im Traum nicht!«
»Ach komm, du Miesepeter. Das Kulturtelefon ist doch eine tolle Gelegenheit, von unseren Abenteuern zu erzählen.«
Doch Elvis blieb störrisch und trottete vor sich hin, die Hände in den Taschen. Er sah aus wie ein Lausejunge, der zum Schuldirektor muss.
Tinne startete einen letzten Versuch.
»Hey, pass auf, wir können in der Kommune eine Art Kulturtelefon-Feierstunde machen, mit der Brigade zusam- men. Ich spendiere Fleischwurst, und im Keller liegt, glaub ich, noch eine Kiste Riesling.«
Es dauerte fünf Sekunden, dann hatte Tinnes Trick Erfolg. »Na gut, meinetwegen«, brummte der Reporter. »Aber nur ein paar Zeilen. Und der Riesling wird vorher anständig kalt gestellt.«
Tinne nickte brav und grinste in sich hinein. Sie wusste: Mit der Aussicht auf einen ordentlichen Imbiss konnte man bei Elvis viel erreichen!

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Helge Weichmann wurde 1972 in der Pfalz geboren und ist seit 20 Jahren Wahlmainzer. Als Filmemacher hat er einen besonderen Blick für die Geschichte(n) der Region, seine Tinne- Nachtigall-Krimis verweben Realität und Fiktion auf unnachahmliche Art und Weise. Der pro- movierte Geowissenschaftler ist Inhaber einer Medienagentur, Freizeitkoch, Whiskyliebhaber und leidenschaftlicher Gitarrist. Zuletzt erschie- nen: Schandgrab (2013), Schandgold (2014), Schandkreuz (2016) (alle im Gmeiner-Verlag).