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	<title>Das Mainzer Kulturtelefon</title>
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	<description>Nehmen Sie sich ein Ohr!</description>
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		<title>Bj&#246;rn H&#246;gsdal</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 10:41:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Högsdal Björn]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war sechs, oder sieben Jahre alt, da rutschte mein Gro&#223;vater in Norwegen auf einem vereisten Gehweg aus und brach sich den altersmorschen Oberschenkel. Das war in den letzten kalten Tagen des Fr&#252;hjahres und w&#228;hrend er im Krankenhaus der Genesung harrte, zog sich die Welt drau&#223;en langsam schon wieder das Sommerkleid an. Mein Gro&#223;vater, Bestevar, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war sechs, oder sieben Jahre alt, da rutschte mein Gro&#223;vater in Norwegen auf einem vereisten Gehweg aus und brach sich den altersmorschen Oberschenkel. Das war in den letzten kalten Tagen des Fr&#252;hjahres und w&#228;hrend er im Krankenhaus der Genesung harrte, zog sich die Welt drau&#223;en langsam schon wieder das Sommerkleid an. Mein Gro&#223;vater, Bestevar, wie es im Norwegischen hei&#223;t, war kein Mann der jammerte, wenn es um seinen K&#246;rper ging – und so beschwerte er sich nicht. Nicht &#252;ber sein Missgeschick und auch nicht, als der Gips im Krankenhaus zu eng angelegt wurde und dr&#252;ckte. Als seine Zehen die Farbe vergammelter Bananen annahmen – und amputiert werden mussten, nahm er es hin mit der Duldsamkeit der Weltkriegsgeneration. Was sind schon ein paar Zehen? Die &#196;rzte hatten nicht besonders sorgf&#228;ltig gearbeitet und so begann auch der restliche Fu&#223; zu faulen. Mit der Amputation des linken Fu&#223;es sank seine Motivation dann doch und 5 weitere Operationen sp&#228;ter hatten sie Bestevar das Bein oberhalb des Knies und den Lebensmut unterhalb des Herzens abgenommen.</p>
<p>Aus: »Als mein Vater den Tod bestahl&#8230;«</p>
<p>Bj&#246;rn H&#246;gsdal, geb. 1975 in K&#246;ln, aufgewachsen am Bodensee, seit 1996 in  Kiel zwecks Zivildienst, Studium der Neueren Deutschen Literatur- und  Medienwissenschaften und Arbeit als Autor und Kulturveranstalter, sowie  Poetry Slam-Workshops f&#252;r den Norden. 2002 gr&#252;ndete er mit Patrick Kruse  die Kulturagentur assemble ART. Seit 2007 Mitbetreiber des  Literaturtelefons Kiel, dem &#228;ltesten deutschen Literaturtelefon. Seine  Texte befassen sich mit der Absurdit&#228;t des Allt&#228;glichen ebenso, wie mit  der Allt&#228;glichkeit des Absurden und sind Literatainment, d.h.  kurzweilige Literaturperformance mit schwarzem Humor. Ver&#246;ffentlichungen  in Satirezeitschriften (»Titanic«, »Pardon«), Anthologien und  Literaturzeitschriften.</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/hoegsdal_bjoern.mp3">Download audio file (hoegsdal_bjoern.mp3)</a><br /></p>
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		<title>Eckhard Rhode</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 10:32:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Rhode Eckhard]]></category>

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		<description><![CDATA[erde
rede rohbrand
dem herbstrot
anzu passen fassen
wortw&#228;rts eins
auf schlimmste
diesem zu entgegnen
entgegen
das fleisch
roherber hinkend
grober schliff
dann die zensur
zwei
einzufallen durch die grenze
schnitt
den r&#228;ndern
die buchstaben rahmen
Eckhard Rhode, geb. 1959 in Oldenburg i.O., lebt und arbeitet seit 1980 in Hamburg. Schriftsteller, Schauspieler, Gastronom. Auftritte seit 1981 in Deutschland und Europa; Ver&#246;ffentlichungen auf CDs, DVDs, in B&#252;chern und Zeitschriften seit 1981. Ver&#246;ffentlichungen: »Brinkmanns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>erde<br />
rede rohbrand<br />
dem herbstrot<br />
anzu passen fassen<br />
wortw&#228;rts eins<br />
auf schlimmste<br />
diesem zu entgegnen<br />
entgegen<br />
das fleisch<br />
roherber hinkend<br />
grober schliff<br />
dann die zensur<br />
zwei<br />
einzufallen durch die grenze<br />
schnitt<br />
den r&#228;ndern<br />
die buchstaben rahmen</p>
<p>Eckhard Rhode, geb. 1959 in Oldenburg i.O., lebt und arbeitet seit 1980 in Hamburg. Schriftsteller, Schauspieler, Gastronom. Auftritte seit 1981 in Deutschland und Europa; Ver&#246;ffentlichungen auf CDs, DVDs, in B&#252;chern und Zeitschriften seit 1981. Ver&#246;ffentlichungen: »Brinkmanns Zorn« (4 Filme, 3 DVDs bei good!movies, Berlin 2003), »unschrift« (Edition Solitude, Stuttgart 2001).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/rhode_eckhard.mp3">Download audio file (rhode_eckhard.mp3)</a><br /></p>
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		<title>Werner S&#246;llner</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 11:19:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Söllner Werner]]></category>

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		<description><![CDATA[Sitzkrieg des Dichters
Im April ist der Himmel freundlich
verhangen, das Licht geht
oder bleibt. Auf Raupenketten
kommt die Jahreszeit, Staub kriecht
in die Lungen der B&#252;cher
Kulturt&#252;rme
von Babel bis Brecht.
Wie meinen Herr Duden?
Ach so, Sprachlehre, Sprachleere.
aus: »Kopfland. Passagen.«
Werner S&#246;llner, geb. 1951 in Horia (Rum&#228;nien). Studierte Physik, Germanistik und Anglistik, arbeitete als Verlagslektor in Bukarest. 1982 &#220;bersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sitzkrieg des Dichters</p>
<p>Im April ist der Himmel freundlich<br />
verhangen, das Licht geht<br />
oder bleibt. Auf Raupenketten<br />
kommt die Jahreszeit, Staub kriecht<br />
in die Lungen der B&#252;cher<br />
Kulturt&#252;rme<br />
von Babel bis Brecht.<br />
Wie meinen Herr Duden?<br />
Ach so, Sprachlehre, Sprachleere.</p>
<p>aus: »Kopfland. Passagen.«</p>
<p>Werner S&#246;llner, geb. 1951 in Horia (Rum&#228;nien). Studierte Physik, Germanistik und Anglistik, arbeitete als Verlagslektor in Bukarest. 1982 &#220;bersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland, Arbeit als freischaffender Autor. Seit 2002 leitet er das Hessische Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt am Main.</p>
<p>Ver&#246;ffentlichungen u.a.: »Zweite Natur« (Verlagsantiquariat Mario Br&#228;ndel 1993), »Der Schlaf des Trommlers« (Ammann 1992), »Kopfland. Passagen.« (Suhrkamp 1988), »Klingstedts romantische Gr&#252;nde« (Edition Panndorf 1988).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/soellner_werner.mp3">Download audio file (soellner_werner.mp3)</a><br /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Christa Kempter</title>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/christa-kempter-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 10:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hasen gibt’s wie Sand am Meer. Das wei&#223; man. Ob es einen Osterhasen gibt, wei&#223; man nicht. Aber Hannas Hasen gibt es. Eines sonntagsmorgens klopfte er n&#228;mlich an ihr Fenster. Zweimal lang, zweimal kurz. Hanna &#246;ffnete. Ein ziemlich gro&#223;er Hase mit einem ziemlich langen und einem ziemlich kurzen Ohr stand drau&#223;en. Einer, der nicht aussah, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hasen gibt’s wie Sand am Meer. Das wei&#223; man. Ob es einen Osterhasen gibt, wei&#223; man nicht. Aber Hannas Hasen gibt es. Eines sonntagsmorgens klopfte er n&#228;mlich an ihr Fenster. Zweimal lang, zweimal kurz. Hanna &#246;ffnete. Ein ziemlich gro&#223;er Hase mit einem ziemlich langen und einem ziemlich kurzen Ohr stand drau&#223;en. Einer, der nicht aussah, wie die Sand-am-Meer-Hasen und der aufrecht auf zwei Beinen ging. »Was bist denn du f&#252;r ein komischer Kerl?«, fragte Hanna erstaunt. »Bist du ein Riesenkaninchen? Oder der Osterhase?«</p>
<p>aus: »Hanna und der Hase«.</p>
<p>Christa Kempter, geb. 1945 in Ingelheim. Dort arbeitet sie als Kinderbuchautorin, schreibt au&#223;erdem Geschichten f&#252;r Rundfunk, Fernsehen, Anthologien und Kinderzeitschriften. Ver&#246;ffentlichungen u.a. »Lauter wilde R&#228;uberkerle« (aare Verlage), »Meine allersch&#246;nsten Mutmachgeschichten« (Egmont – Franz Schneider Verlag), die Bilderbuchtexte »Liebes kleines Schaf«, »Herr Hase und Frau B&#228;r«, »Herr Hase und Frau B&#228;r – Der gro&#223;e Ausflug« (alle drei NordS&#252;d Verlag).<br />
<a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/kempter_christa.mp3">Download audio file (kempter_christa.mp3)</a><br /></p>
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		<title>Martin B&#252;sser</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Büsser Martin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die einzige Farbe, die es in der Siedlung gab, war das abget&#246;nte Graublau der Balkongel&#228;nder. Im Herbst passte selbst sie sich fast v&#246;llig an den Himmel an, so dass die vierst&#246;ckigen Mehrfamilienh&#228;user und mit ihnen die ganze Siedlung f&#252;r alle, die nicht wussten, wo ihre Eingangst&#252;re war, beinahe unsichtbar wurde. Ein Jahr lang habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die einzige Farbe, die es in der Siedlung gab, war das abget&#246;nte Graublau der Balkongel&#228;nder. Im Herbst passte selbst sie sich fast v&#246;llig an den Himmel an, so dass die vierst&#246;ckigen Mehrfamilienh&#228;user und mit ihnen die ganze Siedlung f&#252;r alle, die nicht wussten, wo ihre Eingangst&#252;re war, beinahe unsichtbar wurde. Ein Jahr lang habe ich dort gewohnt – r&#252;ckblickend die ereignisloseste Zeit meines Lebens. Zu ereignislosen Zeiten und reizarmen Gegenden geh&#246;rt, dass sie fahrradfreundlich sind. Kurz nach dem Krieg erbaut, hatten die Architekten die Siedlung so angelegt, dass sie ihren Bewohnern vorgaukelte, der Mittelpunkt der Welt zu sein. Alle notwendigen Ziele waren mit dem Fahrrad in der exakt selben Zeit von drei Minuten erreichbar: die Post, das Naherholungsgebiet, die Sparkasse, der Supermarkt, die Pizzeria, die Pilsstube, das Schwimmbad, die Kirche, das Altersheim, der Friedhof. Alles war didaktisch so platziert, dass die Deutschen fortan nicht mehr auf die dumme Idee kommen sollten, zu weit auszuschw&#228;rmen.</p>
<p>aus: »In der Siedlung«</p>
<p>Martin B&#252;sser, geb. 1968, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Arbeitet als Autor, Verleger und freier Journalist mit Schwerpunkt Musik, Popkultur und bildende Kunst, Beitr&#228;ge u.a. f&#252;r »Konkret«, »Jungle World« und »Die Zeit«. Ver&#246;ffentlichungen u.a.: »Der Junge von nebenan« (Verbrecher Verlag 2009), »Antifolk -von Beck bis Adam Green« (Ventil 2005), »On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik« (EVA 2004), »Wie klingt die Neue Mitte? Rechte und reaktion&#228;re Tendenzen in der Popmusik« (Ventil 2001), »Popmusik« (Rotbuch 2000).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/buesser_martin2.mp3">Download audio file (buesser_martin2.mp3)</a><br /></p>
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		<title>J&#252;rgen Heimbach</title>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/juergen-heimbach-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Heimbach Jürgen]]></category>

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		<description><![CDATA[Statt einer Antwort zog ihn der Kerl zur&#252;ck in den Flur bis zu Elenas Zimmer, nahm aus seiner Tasche den Generalschl&#252;ssel, &#246;ffnete die T&#252;r und stie&#223; Anstett in den Raum, der nur von einer Lampe hinter einem Spiegel indirekt und ged&#228;mpft beleuchtet wurde, was im Zusammenspiel mit der blassroten Tapete eine erotische Stimmung vort&#228;uschte. Auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Statt einer Antwort zog ihn der Kerl zur&#252;ck in den Flur bis zu Elenas Zimmer, nahm aus seiner Tasche den Generalschl&#252;ssel, &#246;ffnete die T&#252;r und stie&#223; Anstett in den Raum, der nur von einer Lampe hinter einem Spiegel indirekt und ged&#228;mpft beleuchtet wurde, was im Zusammenspiel mit der blassroten Tapete eine erotische Stimmung vort&#228;uschte. Auf dem Bett lag Elena noch genauso da, wie Anstett sie verlassen hatte. Die Augen aufgerissen, den nackten K&#246;rper seltsam verkrampft, das linke Bein ausgestreckt, das rechte angewinkelt, die halblangen blonden Haare wie ein Kranz um ihren Kopf verteilt. Er hatte gehofft, dass sie sich in der Zwischenzeit bewegt h&#228;tte, dann w&#228;re das alles nur ein b&#246;ser Traum gewesen.</p>
<p>aus: »Pl&#246;tzlicher Tod einer Nutte«</p>
<p>J&#252;rgen Heimbach, geb. 1961 in Koblenz, Ausbildung zum Kaufmann, Studium der Germanistik und Philosophie in Mainz, Regieassistenz in Mainz, Regisseur einer freien Theatergruppe und Mitgr&#252;nder und Betreiber eines Theaters in Mainz, Ausstellungst&#228;tigkeit, seit 1995 Redakteur bei 3sat und ZDFtheaterkanal, Mitglied der Autorengruppe »M&#246;rderisches Rheinhessen«. Ver&#246;ffentlichungen: »Pl&#246;tzlicher Tod einer Nutte« (Kriminalroman, Leinpfad Verlag 2009), Kurzkrimi »Ein Holz, aus dem man Tr&#228;ume macht« in der Anthologie »Perfekte Opfer« (Leinpfad Verlag 2009), »Johannes&#8217; Nacht« (Jugendroman, Societ&#228;tsverlag 2008).<br />
<a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/heimbach_juergen2.mp3">Download audio file (heimbach_juergen2.mp3)</a><br /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marc-Uwe Kling</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:08:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kling Marc-Uwe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ding Dong. Es klingelt. Ich gehe zur T&#252;r, &#246;ffne und stehe einem K&#228;nguru gegen&#252;ber. Ich blinzle, kucke hinter mich, schaue die Treppe runter, dann die Treppe rauf. Kucke geradeaus. Das K&#228;nguru ist immer noch da.
»Hallo«, sagt das K&#228;nguru.
Ohne den Kopf zu bewegen, gucke ich noch mal nach links, nach rechts, auf die Uhr und zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ding Dong. Es klingelt. Ich gehe zur T&#252;r, &#246;ffne und stehe einem K&#228;nguru gegen&#252;ber. Ich blinzle, kucke hinter mich, schaue die Treppe runter, dann die Treppe rauf. Kucke geradeaus. Das K&#228;nguru ist immer noch da.<br />
»Hallo«, sagt das K&#228;nguru.<br />
Ohne den Kopf zu bewegen, gucke ich noch mal nach links, nach rechts, auf die Uhr und zum Schluss auf das K&#228;nguru.<br />
»Hallo«, sage ich.<br />
»Ich bin gerade gegen&#252;ber eingezogen, wollte mir Eierkuchen backen, und da ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe Eier zu kaufen …«<br />
Ich nicke, gehe in die K&#252;che und komme mit zwei Eiern zur&#252;ck.<br />
»Vielen lieben Dank«, sagt das K&#228;nguruund steckt die Eier in seinen Beutel.</p>
<p>aus: »Das K&#228;nguru von gegen&#252;ber«</p>
<p>Marc-Uwe Kling, geb. 1982, der deutsche Liedermacher, Autor und Kabarettist lebt zurzeit in Berlin. Dort studierte er auch Theaterwissenschaften und Philosophie. Seine Karriere startete er auf Leseb&#252;hnen und Poetry Slams, wo er 2006 und 2007 Sieger des National Poetry Slams Deutschland wurde. 2004 gr&#252;ndete er eine eigene w&#246;chentliche Leseb&#252;hne »Die Lesed&#252;ne« und seit 2005 geht Kling mit dem Soloprogramm »Wenn alle Stricke rei&#223;en, kann man sich nicht mal mehr aufh&#228;ngen« auf Tour. Am ersten Dienstag im Monat organisiert und moderiert er den Kreuzberg Slam in Berlin und am ersten Mittwoch den Potslam im Studentischen Kulturzentrum in Potsdam.<br />
Ver&#246;ffentlichungen: »Die K&#228;nguru Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers« (Ullstein Tb 2009), »Wenn alle Stricke rei&#223;en, kann man sich nicht mal mehr aufh&#228;ngen« (Random House Audio 2008).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/kling_marc-uwe.mp3">Download audio file (kling_marc-uwe.mp3)</a><br /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Pieke Biermann</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 09:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biermann Pieke]]></category>

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		<description><![CDATA[Geld, Gier, Gewalt
P&#252;nktlich um acht Uhr fr&#252;h schlie&#223;t Bianca Schmidt den Laden auf. Es ist ein Drogeriemarkt an einer belebten Einkaufsstra&#223;e. Jede Menge andere Gesch&#228;fte, Laufkundschaft, Auto- und Busverkehr. Um kurz nach acht kommt ein Kunde, kauft etwas, geht wieder. Um viertel nach acht steht sie vorn an der Kasse, kontrolliert, sortiert, erledigt Papierkram. Pl&#246;tzlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geld, Gier, Gewalt</p>
<p>P&#252;nktlich um acht Uhr fr&#252;h schlie&#223;t Bianca Schmidt den Laden auf. Es ist ein Drogeriemarkt an einer belebten Einkaufsstra&#223;e. Jede Menge andere Gesch&#228;fte, Laufkundschaft, Auto- und Busverkehr. Um kurz nach acht kommt ein Kunde, kauft etwas, geht wieder. Um viertel nach acht steht sie vorn an der Kasse, kontrolliert, sortiert, erledigt Papierkram. Pl&#246;tzlich Ger&#228;usche. Getrampel. Sie rei&#223;t den Kopf hoch, sieht wie jemand die T&#252;r von au&#223;en zuzieht und davor stehen bleibt. Vor ihr steht ein zweiter und br&#252;llt: »Das is’n &#220;berfall! …«</p>
<p>aus: &#8220;Der Asphalt unter Berlin&#8221;</p>
<p>Pieke Biermann, geb. 1950, lebt seit 1976 als Schriftstellerin und &#220;bersetzerin in Berlin und arbeitet auch journalistisch. F&#252;r ihre Kriminalromane erhielt sie dreimal hintereinander den »Deutschen Krimipreis«. Von 2003 bis 2009 publizierte sie im TAGESSPIEGEL und im Inforadio RBB regelm&#228;&#223;ig Kriminalreportagen &#252;ber »Berliner F&#228;lle«. Ver&#246;ffentlichungen u.a.: »Der Asphalt unter Berlin – Kriminalreportagen aus der Metropole« (Pendragon 2008), »Gojisch gesehen: Feuilletons« (Kranichsteiner Literaturverlag 2004), »Herta &amp; Doris« (Goldmann 2002), »Vier, F&#252;nf, Sechs« (Goldmann 1997).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/biermann_pieke.mp3">Download audio file (biermann_pieke.mp3)</a><br /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Thomas von Steinaecker</title>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/thomas-von-steinaecker/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steinaecker Thomas von]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Verr&#252;ckten meinen es ernst. Bei jeder Kugel, die dicht neben ihm im Boden einschl&#228;gt und Staub aufwirbelt, zieht Colonel Durand hinter dem Dornbusch instinktiv den Kopf ein. Durch den Feldstecher sp&#228;ht er die Mauern der Festung entlang. In Bismarckburg, wo der Stellvertreter des deutschen Bezirksamtmannes, ein Baum von einem Mann, nach kurzen Verhandlungen kapitulierte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verr&#252;ckten meinen es ernst. Bei jeder Kugel, die dicht neben ihm im Boden einschl&#228;gt und Staub aufwirbelt, zieht Colonel Durand hinter dem Dornbusch instinktiv den Kopf ein. Durch den Feldstecher sp&#228;ht er die Mauern der Festung entlang. In Bismarckburg, wo der Stellvertreter des deutschen Bezirksamtmannes, ein Baum von einem Mann, nach kurzen Verhandlungen kapitulierte, hie&#223; es doch, Benesi verf&#252;ge &#252;ber keinerlei strategische Bedeutung. Mit Widerstand der etwa f&#252;nf Bewohner oder der Schutztruppe sei nicht zu rechnen.<br />
Was aber, um alles in der Welt, verteidigen diese Verr&#252;ckten jetzt in dieser gottverlassenen Gegend?</p>
<p>aus: &#8220;Schutzgebiet&#8221;</p>
<p>geb. 1977 in Traunstein, promovierte &#252;ber &#8220;Literarische Foto-Texte. Zur Funktion der Fotografien bei Brinkmann, Kluge und Sebald&#8221;. F&#252;r sein Deb&#252;t &#8220;Wallner beginnt zu fliegen&#8221; erhielt er verschiedene Preise, u.a. den aspekte-Literaturpreis f&#252;r das beste deutschsprachige Deb&#252;t. Er lebt als freier Autor und Journalist in Augsburg und M&#252;nchen.</p>
<p>Ver&#246;ffentlichungen: &#8220;Schutzgebiet&#8221; (Frankfurter Verlagsanstalt 2009), &#8220;Geister&#8221; (Frankfurter Verlagsanstalt 2008), &#8220;Wallner beginnt zu fliegen&#8221; (Frankfurter Verlagsanstalt 2007).</p>
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<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">Thomas von Steinaecker</span></pre>
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<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">Die Verr&#252;ckten meinen es ernst. Bei jeder Kugel, die dicht neben ihm im Boden einschl&#228;gt und Staub aufwirbelt, zieht Colonel Durand hinter dem Dornbusch instinktiv den Kopf ein. Durch den Feldstecher sp&#228;ht er die Mauern der Festung entlang. In Bismarckburg, wo der Stellvertreter des deutschen Bezirksamtmannes, ein Baum von einem Mann, nach kurzen Verhandlungen kapitulierte, hie&#223; es doch, Benesi verf&#252;ge &#252;ber keinerlei strategische Bedeutung. Mit Widerstand der etwa f&#252;nf Bewohner oder der Schutztruppe sei nicht zu rechnen. </span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">Was aber, um alles in der Welt, verteidigen diese Verr&#252;ckten jetzt in dieser gottverlassenen Gegend?</span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;"> </span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">aus: "Schutzgebiet"</span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;"> </span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">geb. 1977 in Traunstein, promovierte &#252;ber "Literarische Foto-Texte. Zur Funktion der Fotografien bei Brinkmann, Kluge und Sebald". F&#252;r sein Deb&#252;t "Wallner beginnt zu fliegen" erhielt er verschiedene Preise, u.a. den aspekte-Literaturpreis f&#252;r das beste deutschsprachige Deb&#252;t. Er lebt als freier Autor und Journalist in Augsburg und M&#252;nchen.</span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;"> </span></pre>
<pre><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;">Ver&#246;ffentlichungen: "Schutzgebiet" (Frankfurter Verlagsanstalt 2009), "Geister" (Frankfurter Verlagsanstalt 2008), "Wallner beginnt zu fliegen" (Frankfurter Verlagsanstalt 2007).<span>      </span></span></pre>
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		<title>Patrick Kruse</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kruse Patrick]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Raum. Mein Zimmer. Und ich: ausgestreckt auf dem Teppich. Boden geworden. Allabendliche Erdung.
Mein Handy vibriert. Es ist mein Mitbewohner. Seit Tagen kommunizieren wir nur noch per SMS oder &#252;ber Zettel, die wir uns gegenseitig unter der T&#252;r durchstecken. GEH WEG stand auf dem ersten St&#252;ck Papier. GEH WEG steht auf dem Display. Und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Raum. Mein Zimmer. Und ich: ausgestreckt auf dem Teppich. Boden geworden. Allabendliche Erdung.<br />
Mein Handy vibriert. Es ist mein Mitbewohner. Seit Tagen kommunizieren wir nur noch per SMS oder &#252;ber Zettel, die wir uns gegenseitig unter der T&#252;r durchstecken. GEH WEG stand auf dem ersten St&#252;ck Papier. GEH WEG steht auf dem Display. Und ich wei&#223; nicht, ob ich gehen soll oder ob er gehen will.<br />
Seit gestern Abend bekomme ich keine Zettel mehr. Die Zimmert&#252;r ist verschlossen. Und es ist gut m&#246;glich, dass die Textnachrichten nicht mehr von nebenan kommen. Sondern aus einem anderen Haus. Einer anderen Stra&#223;e. Einer anderen Stadt.<br />
Vielleicht beginnt er ein neues Leben als Eismacher in Lapland. Steht jeden Morgen vor der D&#228;mmerung auf und tr&#228;gt Eimer voll Wasser auf ein Feld, das eigentlich eher ein flaches Becken ist. Und sieht dann zu, wie die Sonne &#252;ber dem Wasser aufgeht und es langsam zu Eis werden l&#228;sst. Wobei er sich nat&#252;rlich nur einredet, dass die Sonne Wasser Eis werden l&#228;sst. Weil er nichts f&#252;r Wind &#252;brig hat.</p>
<p>aus: &#8220;Gespenster&#8221;</p>
<p>Grafik, Musik und Text begeisterter Perfektionist mit Hang zum Hintergrund und der Aussage &#8220;Der Inhalt bestimmt die Form!&#8221;. Geboren 1976 in Husum, im Norden aufgewachsen und einfach da geblieben. An der CAU zu Kiel studiert und dort zusammen mit Bj&#246;rn H&#246;gsdal die Kultur-Agentur assemble ART [www.assembleart.com] gegr&#252;ndet. Ist jetzt Magister der Neueren deutschen Literatur- und Medienwissenschaften, Verfasser verschiedener wissenschaftlicher Artikel und schickt sich an zu promovieren.</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/kruse_patrick.mp3">Download audio file (kruse_patrick.mp3)</a><br /></p>
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