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	<title>Das Mainzer Kulturtelefon</title>
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	<description>Nehmen Sie sich ein Ohr!</description>
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		<title>Ingo Schulze</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 08:39:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In der DDR waren die Buchl&#228;den in den Kleinst&#228;dten und gr&#246;&#223;eren D&#246;rfern die eigentlichen Schatzkisten – je kleiner das Nest, desto besser. Oft gen&#252;gte schon ein Schreibwarenladen, um Auto- oder Fahrradfahrten zu unterbrechen. Sah man im Schaufenster einen bislang ungehobenen Schatz, wartete man auch gern das Ende der Mittagspause ab oder meditierte vor dem Schild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der DDR waren die Buchl&#228;den in den Kleinst&#228;dten und gr&#246;&#223;eren D&#246;rfern die eigentlichen Schatzkisten – je kleiner das Nest, desto besser. Oft gen&#252;gte schon ein Schreibwarenladen, um Auto- oder Fahrradfahrten zu unterbrechen. Sah man im Schaufenster einen bislang ungehobenen Schatz, wartete man auch gern das Ende der Mittagspause ab oder meditierte vor dem Schild »Komme gleich wieder«. Waren wir zwei oder mehr Interessenten, konnte es Streit geben. Wer hatte es zuerst gesehen? Wem war beim letzten Mal der Vortritt gelassen worden? Was in Dresden oder Leipzig gar nicht erst in der Auslage erschien oder noch am selben Tag ausverkauft war, d&#228;mmerte in kleineren Orten oft einige Tage, mitunter unfassbare Wochen lang unentdeckt vor sich hin. In der Provinz geschahen die Wunder.</p>
<p>Aus: »Was wollen wir?«</p>
<p>Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, Studium der Klassischen Philologie und Germanistik in Jena. Er arbeitet als Dramaturg, Journalist und freier Schriftsteller und lebt mit seiner Familie in Berlin. Zahlreiche Preise und Ver&#246;ffentlichungen. U.a. aspekte-Literaturpreis, Joseph Breitbach Literaturpreis, Preis der Leipziger Buchmesse, Mainzer Stadtschreiber 2011. <a href="http://www.ingoschulze.com">www.ingoschulze.com</a></p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/schulze-ingo.mp3">Audio-Datei herunterladen (schulze-ingo.mp3)</a></p>
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		<title>Marcus Roloff</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roloff Marcus]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[waten im verdachtsgel&#228;nde breitscheid- ecke twachtmannstra&#223;e altes rosa (genossennelke) mitgliedschaften (der anderen) &#252;bersprungene klassen (der anderen) seemanns garn nach schulschluss (sportplatz) im abgestandenen schlosspark (blablabla) lagen die b&#228;ume auf b&#228;nken parataktische fehlleistung &#038; hyperaktive sch&#252;be suspektes schweigen am vorabend &#038; abgefummelte briefmarken (-sammlung) oder samstags am glambecker see (ufer) gab es auch kein erwecken (aufstehn) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>waten im verdachtsgel&#228;nde</p>
<p>breitscheid- ecke twachtmannstra&#223;e altes rosa<br />
(genossennelke) mitgliedschaften (der anderen)<br />
&#252;bersprungene klassen (der anderen) seemanns<br />
garn nach schulschluss (sportplatz) im abgestandenen<br />
schlosspark (blablabla) lagen die b&#228;ume auf b&#228;nken<br />
parataktische fehlleistung &#038; hyperaktive sch&#252;be<br />
suspektes schweigen am vorabend &#038; abgefummelte<br />
briefmarken (-sammlung) oder samstags am glambecker<br />
see (ufer) gab es auch kein erwecken (aufstehn)</p>
<p>Aus: »im toten winkel des goldenen schnitts«</p>
<p>Marcus Roloff, geboren 1973 in Neubrandenburg, lebt in Frankfurt/M. Germanistikstudium an der HU Berlin. Ver&#246;ffentlichungen in »Lyrik von Jetzt zwei«, »wespennest«, »Neue Rundschau«, »Jahrbuch der Lyrik 2011«; beteiligt am &#220;bersetzungsprojekt des Lyrikbandes »A Worldly Country« von John Ashbery. Zuletzt erschien der Gedichtband »im toten winkel des goldenen schnitts« (Frankfurt/M. 2010). Aufenthaltsstipendium im K&#252;nstlerhaus Schloss Wiepersdorf 2009; zweiter Platz beim »lauter niemand preis f&#252;r politische lyrik« 2010.</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/roloff-marcus.mp3">Audio-Datei herunterladen (roloff-marcus.mp3)</a></p>
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		<title>Daniel Klaus</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:31:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaus Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Gr&#252;nfl&#228;chen zwischen den Wohnbl&#246;cken, &#252;bten an den Teppichstangen Klimmz&#252;ge oder perfektionierten uns im Schweinebaumeln, indem wir uns von den Teppichstangen kopf&#252;ber nach unten h&#228;ngen lie&#223;en, solange, bis uns das Blut ins Gesicht floss und die Kniekehlen taub wurden. Wir spielten auf den Klingelanlagen Klavier und lauschten mit angehaltenem Atem den durcheinandersprechenden Stimmen. Wir waren alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gr&#252;nfl&#228;chen zwischen den Wohnbl&#246;cken, &#252;bten an den Teppichstangen Klimmz&#252;ge oder perfektionierten uns im Schweinebaumeln, indem wir uns von den Teppichstangen kopf&#252;ber nach unten h&#228;ngen lie&#223;en, solange, bis uns das Blut ins Gesicht floss und die Kniekehlen taub wurden. Wir spielten auf den Klingelanlagen Klavier und lauschten mit angehaltenem Atem den durcheinandersprechenden Stimmen. Wir waren alle sieben oder acht Jahre alt, und wir waren eine Geheimbande, die sich nachts, wenn die Fenster in den Wohnbl&#246;cken dunkel wurden, heimlich mit ihren Taschenlampen Botschaften zufunkte.</p>
<p>Aus: »Angeln«</p>
<p>Daniel Klaus, geboren 1972 in Wiesbaden. Studium der Evangelischen Theologie in Mainz und Berlin. Lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin und Istanbul. 2000 Walter-Serner-Preistr&#228;ger. 2003 Literaturf&#246;rderpreis Ruhrgebiet. 2004 Alfred-D&#246;blin-Stipendium der Berliner Akademie der K&#252;nste. 2006/2007 Stipendium der Stiftung Preu&#223;ische Seehandlung. Kolumnist f&#252;r die taz und die Wochenzeitung »der Freitag«. Ver&#246;ffentlichungen in Literaturzeitschriften, Anthologien und im Radio, u.a. in: »Am Erker«, »Lichtungen«, »Podium«, »Konzepte«, »macondo«, im Knaur-Verlag, im konkursbuch-Verlag und auf SWR2. <a href="http://www.danielklaus.com">www.danielklaus.com</a></p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/klaus-daniel.mp3">Audio-Datei herunterladen (klaus-daniel.mp3)</a></p>
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		<title>Airen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 08:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Airen]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[»Das ist exakt das Gleiche wie in der Beratungsfirma im vierzehnten Stock; das Feeling, mal wieder am absolut falschen Platz zu sein, ein platzender Lebensdrang in vier wei&#223;en W&#228;nden, atmend, ohne zu riechen, sitzend, w&#228;hrend man tanzen sollte. Und ich sitze eben weiter hier auf diesem Berg unausgepr&#228;gter Begabungen und wei&#223;, dass ich dieses eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Das ist exakt das Gleiche wie in der Beratungsfirma im vierzehnten Stock; das Feeling, mal wieder am absolut falschen Platz zu sein, ein platzender Lebensdrang in vier wei&#223;en W&#228;nden, atmend, ohne zu riechen, sitzend, w&#228;hrend man tanzen sollte. Und ich sitze eben weiter hier auf diesem Berg unausgepr&#228;gter Begabungen und wei&#223;, dass ich dieses eine Ding finden muss, dieses eine Extrem, das mich so fickt, dass ich ihm alles widme, sonst wird alles nur Mittelma&#223;; oder eben high fly, die eine Chance zu rocken, ein Leben auf Gipfeln, das Spiel heilig halten, ein st&#228;ndiger Orgasmus der Wahrnehmung, alle Farben im Tanz – pures Gl&#252;ck in der Musik der Sprache. </p>
<p>Das kommt noch, sagen die, die es gut meinen.«</p>
<p>Aus: »I am Airen Man«</p>
<p>Airen, geboren 1981, arbeitete nach seinem Studium in einer Unternehmensberatung in Berlin und lebte danach in Mexiko. Seine Erfahrungen im Berliner Club Berghain protokollierte er in seinem Blog (und erstem Buch »Strobo«), aus dem Helene Hegemann in »Axolotl Roadkill« zahlreiche Passagen zun&#228;chst ohne Quellenangabe &#252;bernahm; so wurde er zum heimlichen Star einer heftig gef&#252;hrten Debatte.</p>
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		<title>Lydia Hauenschild</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 08:27:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hauenschild Lydia]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[»Drau&#223;en im Dorf l&#228;uteten die Kirchenglocken. Und drinnen im Haus schlug Ernst die Augen auf. »Nanu, wo bin ich denn?«, &#252;berlegte er schl&#228;frig, w&#228;hrend ihn ein Sonnenstrahl an der Nase kitzelte. Ach ja, richtig: Ernst lag in Onkel Ludwigs G&#228;stebett! Ernst spitzte die Ohren. In dem alten Bauernhaus war es mucksm&#228;uschenstill. Also schlief Onkel Ludwig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Drau&#223;en im Dorf l&#228;uteten die Kirchenglocken. Und drinnen im Haus schlug Ernst die Augen auf. »Nanu, wo bin ich denn?«, &#252;berlegte er schl&#228;frig, w&#228;hrend ihn ein Sonnenstrahl an der Nase kitzelte. Ach ja, richtig: Ernst lag in Onkel Ludwigs G&#228;stebett!</p>
<p>Ernst spitzte die Ohren. In dem alten Bauernhaus war es mucksm&#228;uschenstill. Also schlief Onkel Ludwig wohl noch. Wie schade. Heute war doch Ostern – und Ernst wollte sein Osternest suchen gehen! Jetzt gleich! Sofort! Das machte Ernst n&#228;mlich gerne.</p>
<p>Leise, ganz leise schlich Ernst im Schlafanzug aus dem Haus. Der erste, dem er auf dem Bauernhof begegnete, war Kater Karl.«</p>
<p>Aus: »Ostern auf dem Bauernhof«</p>
<p>Lydia Hauenschild, geboren 1957 in Deggendorf /Bayerischer Wald, studierte Agrarwissenschaften in G&#246;ttingen. Zum Schreiben kam sie durch die Geburt ihrer Zwillinge: Da es keinen Ratgeber f&#252;r Zwillings eltern gab, schrieb sie ihn. Seitdem macht es ihr ebenso viel Spa&#223;, sich Geschichten f&#252;r Kinder auszudenken. Sie lebt heute in Dirmstein/Pfalz und ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. <a href="http://www.lydia-hauenschild.de">www.lydia-hauenschild.de</a></p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/hauenschild-lydia.mp3">Audio-Datei herunterladen (hauenschild-lydia.mp3)</a></p>
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		<title>Julia Trompeter und Xaver R&#246;mer</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 08:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Römer Xaver]]></category>
		<category><![CDATA[Trompeter Julia]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik-Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[»Die Sprechduette sind ein arrangiertes, teils dialogisches, teils polyphones Sprechen, welche der Erfahrung folgen, dass Wahrnehmung h&#228;ufig weder stringent noch eindimensional ›passiert‹, sondern eher aus verschiedenen Eindr&#252;cken w&#228;hlt und ihr Gesamtbild zusammensetzt.« Julia Trompeter, geboren 1980 in Siegburg, lebt in Berlin. Studium der Philosophie und Germanistik in K&#246;ln. Seit 2005 Redakteurin bei www.einseitig.info. Zahlreiche Auftritte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Die Sprechduette sind ein arrangiertes, teils dialogisches, teils polyphones Sprechen, welche der Erfahrung folgen, dass Wahrnehmung h&#228;ufig weder stringent noch eindimensional ›passiert‹, sondern eher aus verschiedenen Eindr&#252;cken w&#228;hlt und ihr Gesamtbild zusammensetzt.«</p>
<p>Julia Trompeter, geboren 1980 in Siegburg, lebt in Berlin. Studium der Philosophie und Germanistik in K&#246;ln. Seit 2005 Redakteurin bei www.einseitig.info. Zahlreiche Auftritte in diversen literarischen Zirkeln zwischen Weimar und Stuttgart. Ver&#246;ffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie in literarischen Radiosendungen. Seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeit und Promotion zu antiken Medizintheorien an der FU Berlin.</p>
<p>Xaver R&#246;mer, geboren 1969, studierte Jazzgitarre in Rotterdam, wohnt in K&#246;ln und schrieb Lieder, Lyrik, Prosa und H&#246;rspiele, allesamt mit stark sprachspielerischem Hang und immer auch mit dem Blick auf den Vortrag. Verschiedentliche Ver&#246;ffentlichungen, darunter die Produktionen »gnip gnop: Sprechduette« (2009), »Der kleine Liedkonstrukteur« (2002), »Die sprechende Banane« (SWR/RB 2000).</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/roemer+trompeter.mp3">Audio-Datei herunterladen (roemer+trompeter.mp3)</a></p>
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		<title>Friederike Harig</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 08:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Harig Friederike]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[»Hauptkommissarin Margarethe Maybach. Ich ermittle in einem Mordfall. Ich muss Sie als Zeugen befragen.« Ihr formeller Kommissarenton lie&#223; Maybach wieder zu ihrer Routine zur&#252;ckkehren. Das gab ihr Sicherheit. »Des kann jeder sache.« »Nehmen Sie Ihr Gewehr runter und ich zeig Ihnen meinen Dienstausweis.« »Isch glaab deer kee Wort.« So geht das doch nicht, dachte die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Hauptkommissarin Margarethe Maybach. Ich ermittle in einem Mordfall. Ich muss Sie als Zeugen befragen.« Ihr formeller Kommissarenton lie&#223; Maybach wieder zu ihrer Routine zur&#252;ckkehren. Das gab ihr Sicherheit.</p>
<p>»Des kann jeder sache.«</p>
<p>»Nehmen Sie Ihr Gewehr runter und ich zeig Ihnen meinen Dienstausweis.«</p>
<p>»Isch glaab deer kee Wort.«</p>
<p>So geht das doch nicht, dachte die Kommissarin. Der muss sich doch meinen Dienstausweis angucken. »Herr Roth, nehmen Sie Ihre Waffe weg!«, befahl sie.</p>
<p>Roth machte nicht den Anschein, der polizeilichen Anweisung Folge leisten zu wollen. Er bewegte sich nicht. »Siehste, jetzt biste in de Bredouille.« Ein dreckiges Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.</p>
<p>Aus: »Professorenmord«</p>
<p>Friederike Harig, geboren 1966 in Kaiserslautern. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft in Mainz. Dort lehrt sie heute am Internationalen Studienkolleg. Zahlreiche fachwissenschaftliche Ver&#246;ffentlichungen. Mitarbeit an »Die unversch&#228;mte Gegenwart« (Jahrbuch f&#252;r Literatur Band 15, 2009). Mitherausgeberin von »Im Rampenlicht verborgen« (Jahrbuch f&#252;r Literatur Band 16, 2010). Sie geh&#246;rt zur Autorengruppe »M&#246;rderisches Rheinhessen. Ihr erster Rheinhessenkrimi erschien 2009 und tr&#228;gt den Titel »Professorenmord«. <a href="http://www.professorenmord.de">www.professorenmord.de</a></p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/harig-friederike.mp3">Audio-Datei herunterladen (harig-friederike.mp3)</a></p>
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		<title>Josef Haslinger</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 09:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Haslinger Josef]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bestieg den Zug nach Warschau und w&#228;hlte, um in Ruhe lesen zu k&#246;nnen, ein Abteil, in dem nur ein kleiner, alter Mann am Fenster sa&#223;. Er schien in seine Gedanken versunken zu sein und erschrak ein wenig, als ich die T&#252;r aufschob. Ist hier noch frei? Bitteschen, bitteschen. Ich nahm schr&#228;g gegen&#252;ber, auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bestieg den Zug nach Warschau und w&#228;hlte, um in Ruhe lesen zu k&#246;nnen, ein Abteil, in dem nur ein kleiner, alter Mann am Fenster sa&#223;. Er schien in seine Gedanken versunken zu sein und erschrak ein wenig, als ich die T&#252;r aufschob.</p>
<p>Ist hier noch frei?</p>
<p>Bitteschen, bitteschen.</p>
<p>Ich nahm schr&#228;g gegen&#252;ber, auf der Gangseite des Abteils Platz. Der alte Mann l&#228;chelte still vor sich hin. Der Zug fuhr an, und das Stadtgebiet l&#246;ste sich auf in ein dunstiges Durcheinander von Einfamilienh&#228;usern, langen Wohnblocks, Autom&#228;rkten und Tankstellen. Dem alten Mann traten Tr&#228;nen in die Augen. Als er bemerkte, dass ich ihn ansah, wischte er mit dem &#196;rmel die Tr&#228;nen fort.</p>
<p>Entschuldigen Sie, junger Herr, ich bin heite so glicklich.</p>
<p>Aus: »Sisi«</p>
<p>Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Nieder&#246;sterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor f&#252;r literarische &#196;sthetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 1995 erschien sein Roman »Opernball«, 2000 »Das Vaterspiel«, 2006 »Zugv&#246;gel«. Sein letztes Buch, »Phi Phi Island«, erschien im Fr&#252;hjahr 2007. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien und den Ehrenpreis des &#246;sterreichischen Buchhandels. 2010 war er Mainzer Stadtschreiber.</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/haslinger_josef.mp3">Audio-Datei herunterladen (haslinger_josef.mp3)</a></p>
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		<title>Manfred Theisen</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 08:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theisen Manfred]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Es herrschte das &#252;bliche vorweihnachtliche Chaos bei uns zu Hause: Heimlich wurden Geschenke gepackt und der Baum sollte endlich mal gerade stehen. Ich war damals zehn Jahre alt und schon viel zu cool, um noch ans Christkind zu glauben. Ich dachte, alles durchblickt zu haben, doch dann kam alles anders. Denn in dem Jahr l&#228;utete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es herrschte das &#252;bliche vorweihnachtliche Chaos bei uns zu Hause: Heimlich wurden Geschenke gepackt und der Baum sollte endlich mal gerade stehen. Ich war damals zehn Jahre alt und schon viel zu cool, um noch ans Christkind zu glauben. Ich dachte, alles durchblickt zu haben, doch dann kam alles anders. Denn in dem Jahr l&#228;utete das Gl&#246;ckchen im Wohnzimmer, obwohl sich Papa gar nicht heimlich heraus geschlichen hatte. Auch spielte weihnachtliche Musik in der Wohnung, obgleich niemand den CD-Player angeschaltet hatte. Alles war anders, und das Christkind hatte sich etwas ganz besonderes f&#252;r unsere Familie &#252;berlegt &#8230; Seither glaube ich wieder ganz fest ans Christkind. Und allen Coolen sei gesagt: Es gibt das Christkind und auch den Weihnachtsmann!</p>
<p>Aus: »24 Adventsgeschichten – Ein Adventskalenderbuch«</p>
<p>Manfred Theisen, geboren 1962 in K&#246;ln. Studium Germanistik, Anglistik und Politik. Forschte zwei Jahre f&#252;r das deutsche Innenministerium in der Sowjetunion, gr&#252;ndete einen Entwicklungshilfe-Verein in &#196;thiopien, arbeitete als Redakteur und leitete eine K&#246;lner Zeitungsredaktion, unternahm zahlreiche Lesungen f&#252;r das Goethe-Institut und war 2007 Berliner Kultur pate. Er erhielt viele Auszeichnungen. Der Autor lebt heute in K&#246;ln.</p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/theisen-manfred.mp3">Audio-Datei herunterladen (theisen-manfred.mp3)</a></p>
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		<title>Sigfrid Gauch</title>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/sigfrid-gauch/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 10:56:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gauch Sigfrid]]></category>

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		<description><![CDATA[Ungespreizt Genau so machen wir’s hast du gesagt hast es gemacht. Das Ja das die Erinnerung heraufbeschw&#246;rt nichts ausl&#228;sst nichts vergisst. F&#252;r alles Andere war es zu sp&#228;t war es zu fr&#252;h was h&#228;tte uns ein andrer Plan gen&#252;tzt vielleicht der Gang durchs Ried oder zum Grasberg hoch? Du hattest keine andre Chance mehr lacht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ungespreizt</strong></p>
<p>Genau so machen wir’s hast du<br />
gesagt hast es gemacht. Das Ja<br />
das die Erinnerung heraufbeschw&#246;rt<br />
nichts ausl&#228;sst nichts vergisst. F&#252;r<br />
alles Andere war es zu sp&#228;t war es<br />
zu fr&#252;h was h&#228;tte uns ein andrer Plan<br />
gen&#252;tzt vielleicht der Gang durchs Ried<br />
oder zum Grasberg hoch? Du hattest<br />
keine andre Chance mehr lacht sie<br />
als dieses Ja nur Ja mein Feucht<br />
Gebieter. Noch vor Minuten<br />
ihre Nachricht hastig lass dir Zeit rief<br />
sie lass Zeit dir denn sie wollte<br />
vorbereitet sein auf seine Hand auf<br />
seinen Blick. Jetzt steht sie l&#228;ssig da<br />
im kurzen Hemd leicht angelehnt<br />
als achtsam er zu ihr hinan<br />
die Stufen nimmt den Blick<br />
von ihren sch&#246;nen Zehen k&#246;rperauf<br />
bis dahin gleiten l&#228;sst wo Bestform<br />
herrscht wo Au&#223;en Welt und Zeit<br />
Vertreib sich wandeln k&#246;rpereins.</p>
<p>Aus: »Die unversch&#228;mte Gegenwart«</p>
<p><strong>Sigfrid Gauch</strong>, 1945 in Offenbach am Glan geboren, lebt in Mainz; Studium der Germanistik und Philosophie, Promotion; bis Fr&#252;hjahr 2010 Literaturreferent im rheinland-pf&#228;lzischen Kulturministerium; bis 2009 Vizepr&#228;sident und Writersin-Exile-Beauftragter des P.E.N.-Zentrums Deutschland; zahlreiche Publikationen seit 1968, zuletzt »Gegenlichter«, Gedichte (2005); »Vaterspuren – Eine Lebensgeschichte« (&#220;bersetzungen in Israel und USA, 2005); »Ein Regen aus Kieseln wird fallen« (Texte aus dem Exil, 2009); Initiator und Mitherausgeber aller 15 B&#228;nde des Jahrbuches f&#252;r Literatur seit 1994, zuletzt »Die unversch&#228;mte Gegenwart« (2009). <a href="http://www.sigfrid-gauch.de">www.sigfrid-gauch.de</a></p>
<p><a href="http://www.mainzer-kulturtelefon.de/mp3/gauch_sigfrid.mp3">Audio-Datei herunterladen (gauch_sigfrid.mp3)</a></p>
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