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	<title>Das Mainzer Kulturtelefon</title>
	<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de</link>
	<description>Nehmen Sie sich ein Ohr!</description>
	<lastBuildDate>Tue, 09 Feb 2010 09:17:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Thomas von Steinaecker</title>
		<description>Die Verrückten meinen es ernst. Bei jeder Kugel, die dicht neben ihm im Boden einschlägt und Staub aufwirbelt, zieht Colonel Durand hinter dem Dornbusch instinktiv den Kopf ein. Durch den Feldstecher späht er die Mauern der Festung entlang. In Bismarckburg, wo der Stellvertreter des deutschen Bezirksamtmannes, ein Baum von einem ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/thomas-von-steinaecker/</link>
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		<title>Patrick Kruse</title>
		<description>Ein Raum. Mein Zimmer. Und ich: ausgestreckt auf dem Teppich. Boden geworden. Allabendliche Erdung.
Mein Handy vibriert. Es ist mein Mitbewohner. Seit Tagen kommunizieren wir nur noch per SMS oder über Zettel, die wir uns gegenseitig unter der Tür durchstecken. GEH WEG stand auf dem ersten Stück Papier. GEH WEG steht ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2010/patrick-kruse/</link>
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		<title>Ruth Johanna Benrath</title>
		<description>Sie beschließt, Lisa einen Brief zu schreiben. Aus dem Ranzen kramt sie die Bibel heraus, die sie für den Religionsunterricht immer mitschleppen muss, und deponiert sie neben sich auf dem Bett. Sie schlägt das Hohe Lied auf. Dann schnappt sie sich einen Briefblock, lehnt sich mit angezogenen Knien an die ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/ruth-johanna-benrath/</link>
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		<title>Astrid Bauer</title>
		<description>„Hätte ich nur einen anständigen Beruf gelernt.“ Kriminalhauptkommissar Jonas von Arnim atmete tief aus und trat einen Schritt zur Seite.
„Wer hätte gedacht, dass der alte Mann so viel Blut in sich hätte?“, bemerkte Lucien Thill, der Gerichtsmediziner, ohne aufzublicken.
„Shakespeare, Macbeth?“, fragte von Arnim.
„Ja“, antwortete Thill.
„Ich dachte immer, Sie kennen sich ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/astrid-bauer/</link>
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		<title>Alexander Langer</title>
		<description>An diesem Abend fiel mir wieder Fredericks Gehirnerschütterung ein. In der Zeit, in der wir nicht miteinander gesprochen hatten, war er in einen Autounfall geraten, und man sagte, dass er danach ein anderer geworden wäre. Die Leute sagten Gehirnerschütterung, meinten aber vielmehr Frontalzusammenstoß mit Spätfolgen, sie sagten Gehirnerschütterung und meinten ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/alexander-langer/</link>
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		<title>Sonja Ruf</title>
		<description>Viertausend Jahre. Beschwörung oder Verwünschung. Als Sprache noch magische Handlung war. Pubertät der Menschheit. Die Klitoris der Kopf eines Vogels in einer Ackerfurche. Den Feind soll es dorthin verschlagen, wo Männer haarige Ärsche haben; der Geliebte soll bald in die Schenke kommen.
Alle Poesie ist Erotik. Eine Hand streichelt über etwas ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/sonja-ruf/</link>
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		<title>Jan Drees</title>
		<description>Manchmal regnet es (wie jetzt), wenn Du montagnachts gegen mein Parterrefenster klopfst. An der Türschwelle tropfen Deine nassen blonden Wuschelhaare aufs Parkett. „Rauchen wir eine Zigarette?“ fragst Du und bringst kalten Luftzug mit. „Komme ich ungelegen?“ Darauf gibt es keine Antworten.
Wenige Minuten später kochen wir Glückstee, ich suche ein Handtuch ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/jan-drees/</link>
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		<title>Johanna Wack</title>
		<description>Wir haben die perfekten Kinder gemacht. Einen Jungen und ein Mädchen.
Sie kamen schon perfekt zur Welt, mit einem seligen Lächeln im Gesicht.
Später wollten sie nicht einmal Süßigkeiten im Supermarkt. Absichtlich stellte ich mich immer an der längsten Schlange an, schmiss die bunten Schachteln und Päckchen aus dem Regal und wartete. ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/johanna-wack/</link>
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		<title>Jan Off</title>
		<description>Mein Verleger macht Druck, nervt mit wöchentlichen Anrufen und E-Mails, die ihrerseits mit abgehangene Lügen von Ruhm und Reichtum nerven. Dreihundert Seiten, am besten bis vorgestern. Aber Schreiben ist ein Job für Lebensverweigerer, ist Weltflucht und Maulheldentum. Was ich brauche, ist Zerstreuung, ist die Verschwendung meiner selbst, also zigeunere ich ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/jan-off/</link>
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		<title>Irmhild Oberth&#252;r</title>
		<description>Strasse unter meinem Fenster

Hörner verblasen die strecke
wild wenig heimisches
hundegebell
züngelt die hauswände hoch durchsticht
den wellengängigen lautstrom
das pflaster
stampfen stiere ohren kleben
an handys spucken münder
stimmen stacheln
bereiten mein fakirbett

von dem aus ich ein gesuch richte
an den freien fall

aus: „Revue Alsacienne de Littérature“ (81/20003)

geb. 1937 in Berlin; lebt in Kehl/Rhein; Auslandsaufenthalte in Frankreich und USA; ...</description>
		<link>http://www.mainzer-kulturtelefon.de/2009/irmhild-oberthuer/</link>
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